Kienspanhobel

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Die älteste Beleuchtungsmethoden der Menschheit

 

Kiefernholz mit übermäßigen Harzeinschlüssen wird kienig genannt. Kienholz entsteht durch eine äußere Verletzung der Baumrinde; der Baum produziert, um die Wunde zu schließen, mehr Harz. Das Harz wird zur Wunde transportiert, lagert sich jedoch auch im Stamm, dort vorwiegend in den Markstrahlen ab. Nach einer gewissen Zeit verhärtet das Harz, wird kristallin, das Holz verkient. Fällt man dann den Baum und schneidet oder hackt man den Stamm bei allen Rindenverletzungen in kurze Stücke, die man wiederum der Länge nach in dünne, lange Späne spaltet, so erhält man den Kienspan.

 

Seit der Altsteinzeit bis in das 19. Jahrhundert hinein waren Kienspäne in Mittel- und Nordeuropa wohl das am weitesten verbreitete Beleuchtungsmittel. Andere künstliche Lichtquellen (Kerzen usw.) waren deutlich teurer und kamen daher zumindest für die ärmeren Bevölkerungsschichten nicht in Frage.

 

Der Kien gilt auch als älteste bekannte Grubenbeleuchtung in Mitteleuropa. Erste Funde aus der Epoche des keltischen Salzbergbaus in Hallstatt stammen aus der Zeit von 1000 bis 400 vor Christus. Der Ur-Bergmann hielt den Kienspan während der Arbeit im Mund. Verlor er seine Zähne, galt er als „bergfertig“, d. h. er war Invalide.

 

Auch in Wettervorhersagen waren Kienspäne vertreten. Wenn der brennende Kienspan knattert, so wird es kalt werden; wenn er eine lange Schnuppe (das verkohlte Ende) hat, wird es tauen. Wenn der Kienspan beim Brennen stark raucht, ist Wind und Regen zu erwarten.

 

 

KIENSPANHOBEL aus der Werkzeugsammlung von Kurt Langs
KIENSPANHOBEL aus der Werkzeugsammlung von Kurt Langs

 

Der KIENSPANHOBEL aus ca 1600
Der KIENSPANHOBEL aus ca 1600

 

 

 

Quelle: Wikipedia 2015, Fotos: Gernot Langs